-
Dennerlein, Netzer & Scheytt: Barbara Dennerlein: Weltstar an den Jazztagen
Berner Rundschau von 16.10.2006
Barbara Dennerlein: Weltstar an den Jazztagen
Ihr Publikum hat Barbara Dennerlein nicht enttäuscht: An den Langenthaler Jazztagen stand die beliebte Jazzorganistin mit drei weiteren Spitzenmusikern auf der Bühne - und erhielt jede Menge Applaus.Langsam füllte sich das katholische Kirchgemeindehaus in Langenthal. Man musste die Stühle eng nebeneinanderstellen, um dem gewaltigen Ansturm standzuhalten. Zum Auftakt dieses Konzertabends im Rahmen der Langenthaler Jazztage überzeugt das Bluesduo Ignaz Netzer/Thomas Scheytt mit bekannten und weniger bekannten Blues- und Boogie-Woogie-Stücken. Das Publikum ist begeistert und klatscht mit, wo es nur kann. Die rauchige Stimme von Netzer und das einfühlsame Klavierspiel von Scheytt ergänzen sich perfekt.
Ohne Pause geht es weiter: die weltberühmte Jazzorganistin Barbara Dennerlein zusammen mit dem Schweizer Schlagzeuger Pius Baschnagel. Mit ihrem unverwechselbaren Stil, einer Mischung aus Blues, Latin, Funk und Jazz, verzaubert Dennerlein das Publikum. Sie nimmt sich viel Zeit, um den Langenthalern die Motivation und Geschichte ihrer Stücke zu erklären. Als sie ihre Hammondorgel vorstellt, erklärt sie auch Begriffe wie «Sampler», «MIDI» oder «Tonewheel».
In der Pause gibt es einen regelrechten Ansturm auf Barbara Dennerlein: Sie verkauft CDs, Notenbände und Poster. Jeder kann mit dem Weltstar plaudern.
Den nächsten Konzertteil leitet die begnadete Künstlerin zusammen mit Thomas Scheytt ein. Beim zweiten und dritten Stück stossen auch Ignaz Netzer und Pius Baschnagel dazu. Dass die vier Musiker mit viel Freude auf der Bühne stehen, ist offensichtlich. Nach einer Zugabe und einer tiefen Verbeugung haben sie - nach drei Stunden Musik - ihren Feierabend verdient.
Unter den Zuschauern finden sich nicht wenige Leute, die wegen Dennerlein zum ersten Mal überhaupt die Langenthaler Jazztage besucht haben. So auch Silvan Grütter (20): «Dass sie einmal nach Langenthal kommt, hätte ich nicht gedacht. Erst recht nicht mit so einer Band. Es war fantastisch», schwärmte der Hobbymusiker. Dieses Konzert habe den Jazztagen gut getan, findet er. «Mit solchen Events kann man auch die junge Generation gewinnen.»
Olivier Zurkirchen



